”Die Äpfel sind reif bei uns. Ich bin zuhause“

Die letzten Worte Kristinas von Duvemåla auf ihrem Sterbebett beziehen sich auf ihr Kindheits- und Jugendreich – die kleine Welt, deren sie sich, den Astrakan in Händenhaltend, erinnert und die sie niemals losgelassen hat.

 

Tatsachen über die Auswanderung nach Amerika


Die schwedische Völkerwanderung vollzog sich von 1840 bis 1930, hauptsächlich zwischen 1860 und 1910. Rund 1,5 Millionen Menschen verlieβen das Land unter dieser Zeit – allein 1882 waren es 150 pro Tag und manches Kirchspiel verlor nahezu 50% seiner Einwohner. Als wichtigste Ursachen werden der Mangel an Nahrung, die strenge lutherische Staatsreligion und eine für die Landbevölkerung beschwerliche Obrigkeit angesehen.

Vilhelm Mobergs Auswanderer
 verlieβen Algutsboda am 4. April 1850 gen Karlshamn, wo sie auf die „Charlotta af Carlshamn“ stiegen – eine Brigg von 40 Schritten in der Länge und 8 Schritten in der Breite. Die Reise über den Atlantik nach New York, mit 78 Passagieren eingepfercht im Laderaum, dauerte 10 Wochen. Ziel im neuen Land waren Chisago county in Minnesota, Washington und Britisch Columbia.

Diese ihre Heimatgegend mit ihren Menschen und deren Leben wird dem Besucher vom Verein Utvandrarnas Väg (Weg der Auswanderer) präsentiert: Museen, Heimatvereine, Handwerk und traditionelle Institutionen illustrieren die Schilderungen in Vilhelm Mobergs Werk, das der Landbevölkerung zugeeignet ist.

Der Kontrast zwischen der heutigen Zivilisation und den früheren Lebensumständen vermittelt dem Betrachter Verständnis für und Respekt vor wessen Leben und Arbeit den Grund für die heutige Gesellschaft legte. Sowohl der historisch Interessierte als auch die Ferienfamilie darf tiefe und weite Einsichten erleben in die ursprüngliche Denk- und Lebensart der Region.

Eine vermooste Natursteinmauer zu sehen, vor dem verfallenen Holzgerüst einer alten Mühle zu stehen oder das verwaiste Fundament einer Kätnerhütte zu erforschen, inspiriert zum Nachdenken über das Verhältnis zwischen Natur och Kultur.

Utvandrarnas Väg bietet eine Tour von Eriksmåla nach Karlshamn durch eine Region, die in ihrer lebendigen Schönheit und natürlichen Faszination von völkischem Schicksal erzählt. Ob motorisiert, mit dem Fahrrad oder zu Fuβ trifft der Reisende u.a. auf den Gedächtnisstein in Moshult, die Schule in Påvelsmåla und die Modala Glasbläserei, die Stationen in Vilhelm Mobergs Leben bezeugen oder auch Duvemåla, Klasatorpet und das Denkmal in Karlshamn, die direkt auf die Hauptpersonen der „Auswanderer“ Karl-Oskar und Kristina hinweisen – und nicht zuletzt lädt der neuzeitliche Utvandrarnas Väg ein zu naturnahem Urlaub mit vielseitigem kulinarischen Angebot und modernen Bequemlichkeiten aller Art.